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Montag, 28. Februar 2011



Nachdem ich ja nun am Samstag das ganze gute Wetter vollständig verschlafen habe und Sonntag die Sonne so gar nicht zu sehen war, habe ich zumindest ein wenig weiter mit meinen neuen "Haustieren" gespielt. Es handelt sich hierbei um eine unschöne Familie der Bakterien, die ich auf schönere Weise illustrieren darf ... noch ist nix fertig und auch nicht gedruckt, deshalb hier nur ein kleiner Ausschnitt.
Momentan bin ich ganz glücklich mit meinen Zeichenversuchen, sehe die Fehler, gräme mich aber kein Stück darüber sondern freue mich am Gesamtbild. Das ist eine sehr angenehme neue Erfahrung für mich, die ich sonst gerne so überstreng mit mir selber bin, dass ich mich oft gar nicht traue, etwas anzufangen.
Den ungeliebten dauernörgeligen und miesmachenden Zensor in meinem Kopf hab ich also gerade wohl ganz gut im Griff ... weiter so, Mädchen, ruf ich mir selber zu!
Euch allen einen guten Start in die Woche und in den schönen Monat März, vielleicht kommt er ja bald, der Frühling?

Freitag, 25. Februar 2011

24. Februar

Vor vier Jahren habe ich am 24. Februar meine letzte Zigarette geraucht. Seitdem ist vieles nicht so toll gelaufen. Mit den Zigaretten hat das jetzt nichts zu tun, diese Entscheidung würde ich jedesmal wieder so treffen, aber sonst gab es doch jede Menge Enttäuschungen und Frustration. Ich kann das sogar ausrechnen: vier mal 12 mal enttäuscht worden, plus noch ein paar mal mehr macht Minimum 50 frustrierende Erlebnisse in dieser Zeit.
Zu viel für mich um gutgelaunt zu bleiben, und so war das eine harte Zeit, in der ich das Gefühl hatte, dass sich niemals irgendetwas ändern wird und ich den Rest meines Lebens eher unglücklich sein würde. Okay, eine funktionierende, lebendige Beziehung zählt zu den glücklichen Fügungen, aber das hab ich zwischendrin oft vergessen mitzuzählen. Undankbar ist das ...



Was ich eigentlich erzählen will: die ganzen Monate und Jahre hatte ich das Gefühl, keine Macht über mein eigenes Leben zu haben und meinem Schicksal (hee, grosse Worte hier!) hilflos ausgeliefert zu sein.
Das hat sich jetzt geändert: hej, ich mach mich zum Ende des Jahres selbständig und hab das meinen Chefs gestern, am 24. Februar 2011 erzählt! Und der Himmel ist mir nicht auf den Kopf gefallen, stattdessen gab es Verständnis und Unterstützung.
Und die Datumsgleichheit ist mir erst später, bei meiner kleinen, privaten Siegesfeier aufgefallen, aber ich werd mir diesen Tag jetzt wohl mal für zukünftige lebensverändernde Entscheidungen notieren ...

Und gerade jetzt geht es mir unglaublich gut. Ich habe eine Entscheidung getroffen, ich packe an, was sich verändern lässt in meinem Leben, und der Rest wird sich fügen. Vielleicht gründen wir ja wirklich eine Hofgemeinschaft? Meine Schwester hat die tollsten Kinder der Welt, und nicht zu wenig davon, vielleicht ist meine Aufgabe die bestmögliche Tante zu sein? Vielleicht finden wir ja wirklich den perfekten Platz für eine Fahrradpension? Wer weiss das schon ...
Das alles sind Wünsche, deren Verwirklichung ich im Moment nicht direkt beeinflussen oder herbeiführen kann, und deshalb lasse ich das alles jetzt einfach mal auf mich zukommen und kümmere mich um das naheliegende: Woher kommt Geld ohne mich aufzufressen? Wieviel Lebenszeit ist mir mein Geld wert? Und sind meine Ideen wirklich so gut, wie ich in hellen Momenten glaube? Über die dunklen Momente sprechen wir jetzt mal nicht ... und beende endlich mein langes "9 to 5 Siechtum"!

Und der erste Vorsatz für den ersten Tag vom Rest meines Lebens: ich werde diesen kleine Blog hier mal mehr pflegen. Schreiben ist gut für mich, und mich mitteilen ja scheinbar auch: Web 2.0, kann ich mitspielen? Facebook, anyone? Oder meine Ravelry-ID?
Ich bin dabei. Stay tuned.

Freitag, 20. August 2010

nabelschau



Ich denke jetzt schon länger darüber nach, wie ich meine "neue Häuslichkeit" einordnen soll.

Meine Wandlung von der (pseudo-)coolen Szene-Tussi zur Schrebergärtnerin und Bastel-Else war mir lange geradezu peinlich, ich sah sie eher als eine Art persönlicher Kapitulation, den berüchtigten Mitdreißiger-Rückzug ins Private: auf einmal waren mir Konzerte zu laut, ich wollte kein Bier mehr trinken, und mit Freunden abhängen, ich wollte am nächsten Morgen lieber in den Garten gehen und mich um mein Gemüse kümmern. Ich wollte keine Zeit mehr in Cafés totschlagen, um mehr oder weniger belanglose Probleme zu besprechen, sondern lieber mein Brot selber backen und Tomatensauce einkochen. Ich wollte nicht mehr der Mittelpunkt jeder Veranstaltung sein (war ich eh nie), sondern lieber meine Pflänzchen pikieren und dabei meinen eigenen Gedanken nachhängen.

Ich kam mir vor wie der langweiligste Mensch der Welt, ich hatte nichts mehr zu erzählen. Mein Leben interessierte scheinbar nur noch mich, ich war mir aber nicht sicher, ob das reichen könnte. Ein wenig einsam hab ich mich gefühlt, und eben sehr langweilig.



Dann habe ich mir diesen Sommer dieses Buch gekauft (jaaa, leider bei Amazon und nicht beim unabhängigen Buchhändler, ich weiss: meine Konsumentscheidungen machen einen Unterschied!) und habe eine Entdeckung gemacht: ich bin gar nicht allein mit meinem neuen Leben, es gibt eine ganze Menge Menschen, die ebenso versuchen, sich dem ständig steigenden Verwertungsdruck zu entziehen, den unsere Gesellschaft, die gerade versucht sich selbst zu überholen, erzeugt.
Menschen beschäftigen sich wieder mit Handwerk und Handarbeit, mit Kindern, Küche und Garten, jeden Monat liegen neue einschlägige (Lifestyle-)Magazine im Kiosk aus. Ich kann nicht glauben, dass diese massenhafte Veränderung eine individuelle Entscheidung ist, und nicht Anzeiger eines größeren gesellschaftlichen Wandels.
Ich bin zum ersten Mal auf die Idee gekommen, dass ich vielleicht doch nicht einfach nur ein langweiliges Lieschen mit einem langweiligen Leben, also Strebergarten, bin, sondern vielmehr Teil einer (globalen) Gegenbewegung sein kann.
Und seit ich meine Veränderung nicht mehr als das Ergebnis meiner persönliches Problem behandele, bin ich auf viele andere gestoßen, die sich überaus umfassend und genau mit diesen Veränderungen befassen und sie vorantreiben, tolle Menschen mit noch mehr tollen Ideen, z.B. hier, hier und hier (genau, alles Obst für alle!).

Ich mache weiter, mein nächstes Ziel heisst Vernetzung.